Harry Meyer

Harry Meyer

  • 1960 in Neumarkt geboren
  • 1988-1993 Studium der Architektur, Diplomabschluss
Preise und Stipendien:
  • 1986 Symposium Gundelfingen
  • 1992 Schwäbischer Kunstpreis
  • 1993 Kunstförderpreis für Malerei der Stadt Augsburg
  • 1994 Meisterkurs „Art in Architecture“ bei Frank Stella
  • 1996 Arbeitsstipendium Künstlerbahnhof Ebernburg
  • 1997 Arbeitsstipendium der Stiftung Kulturfonds/Berlin/Künstlerhaus Ahrenshoop
  • 1998 Kunstpreis Aichach
  • 1999 Anerkennungspreis der Nürnberger Nachrichten, Kunstpreis Dillingen
  • 2000 Kunstpreis der Stadt Limburg, Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten
  • 2001 Helen-Abbott-Förderpreis für Bildende Kunst, Berlin – New York
  • 2002 Kunstpreis der Stadt Donauwörth Atelierförderung des Kultusministeriums Bayern (bis 2004)
  • 2003 Lucas-Cranach-Preis der Cranach-Stiftung, Wittenberg
  • 2004 Arbeitsstipendium der Stadt Wertingen
  • 2005 Gastprofessur für Malerei in Pentiment Hochschule für angewandte Wissenschaften, Hamburg
  • 2006 Sonderpreis zum Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten
  • 2012 Kunstpreis des Landkreises Augsburg
  • 2015 Symposium Betzigau
  • 2015 Kulturpreis der Stadt Neumarkt

Atelieranschrift

Atelier Harry Meyer
Kirchberg 3
86459 Gessertshausen
Ortsteil Wollishausen
Atelier von Harry Meyer Atelier von Harry Meyer Atelier von Harry Meyer Atelier von Harry Meyer Atelier von Harry Meyer Atelier von Harry Meyer

Zur Arbeit

„Die Arbeitsstätte des Künstlers“

Wendet sich der Neugierige an die vermeintlich allwissenden Suchmaschinen im Internet, erhält er auf die Frage, was ein Atelier sei, als erstes die oben in der überschrift verwendete Definition. Gräbt er ein bisschen tiefer, erfährt er, dass das Wort aus dem Französischen stamme – bedeutet: ursprünglich aus dem Lateinischen – und die Werkstatt des Zimmermanns bezeichnet habe, wo beim Hobeln Späne fallen: „astella“, der Span, hat sich im Gang der Zeiten zum „Atelier“ gewandelt. – Nichts Weltbewegendes also, jedenfalls nicht bis hierher.

Harry Meyer ist Künstler; Maler, genauer gesagt, und auch er arbeitet in einem Atelier. Sein Atelier ist ein ehemaliges Dorfschulhaus, erbaut im Jahre 1865. – Eine interessante Wendung, ist eine Schule doch ein Ort der Lehre, im Idealfall ein Raum für die Weitergabe und Weiterentwicklung von Wissen und Tradition, von Bildung im besten Verständnis.

Spricht man mit Harry Meyer, so wird deutlich, dass in seinem Atelier der Geist der Vergangenheit und die Aura derer, die es früher einmal im wahrsten Sinne des Wortes „belebten“, noch immer spürbar ist. Zur Ruhe kommen, den Gedanken der Gewesenen lauschen und diese, zusammen mit den eigenen Erkenntnissen über die Welt, in sein Werk einzubringen, dies vermag der Künstler in „seinem“ Atelier.

Dass Harry Meyer dem Flüstern des Universums so intensiv zuhören kann, dass er das Wirken der kosmischen Energie, das Wesen von Mensch und Natur, des ewigen Kreislaufs alles Lebendigen, geradezu greifbar in sein künstlerisches Schaffen einflicht, hat eine weitere, essentielle Ursache: sein Atelier hat einen Garten!

Der Garten sei ein umschlossener Ort, dazu bestimmt, das Beste zu schützen: Pflanzen, Ideen und den Boden, worin beide wurzeln. Diese Beurteilung des französischen Botanikers und Landschaftsarchitekten Gilles Clément, für den alle Menschen Bewohner eines einzigen Gartens sind, nämlich der Erde, manifestiert, worin für Harry Meyer die Bedeutung „seines“ Ateliers und „seines“ Gartens liegen: das ruhige, das in sich ruhende Verweilen unter dem hundertjährigen Apfelbaum, fokussiert den Geist des Künstlers auf den ewigen Rhythmus des Daseins und die Einheit aller Dinge. In diesem Verständnis ist das Erinnern an das Gewesene kein Verlust der Zukunft, sondern eine Gestaltung derselben, eine aktive Teilhabe.

Man kann es auch mit Konfuzius ausdrücken: „Wer einen Baum pflanzt, wird den Himmel gewinnen.“

Brigitte Herpich