Wolfgang Schenk

Wolfgang Schenk

  • 1961 in Augsburg geboren
  • 1981-86 Studium der Kunstgeschichte und der Germanistik an der Universität Augsburg
  • 1986-92 Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Prof. H. Sturm
Preise und Stipendien:
  • 1986 1. Preis, Wettbewerb: Treppenhaus (Aufgang Teilbibliothek) der Universität Augsburg, Universitätsbauamt Augsburg (nicht realisiert)
  • 1991 Florenzstipendium des italienischen Kulturreferats und der Akademie der Bildenden Künste, München
  • 1992 1. Preis, Wettbewerb: Kunstpreis Ökologie, AEG, Nürnberg/Berlin
  • 1994 Stipendium „Art and Architecture“ (Irsee) bei Frank Stella, New York
  • 1996 Debütantenpreis des Bayerischen Kultusministeriums, München
  • 1998 Stipendium der Erwin und Gisela von Steiner-Stiftung, München
  • 2000 Kunstförderpreis der Stadt Augsburg
  • 2013 Kunstpreis des Landkreises Augsburg

Atelieranschrift

Wolfgang Schenk
Ludwig-Rif-Str. 32
86465 Welden
Ortsteil Reutern
Atelier von Wolfgang Schenk

Zur Arbeit

[…] Das Situative, Zeit- und Ortsbezogene, das Temporäre und Vorübergehende, das Implantieren der Idee des Künstlerischen ins Alltägliche – wenn man so will, das Tarnen von Kunst als Normalfall – sind zentrale Prozesse gegenwärtigen künstlerischen Handelns.

Wolfgang Schenk agiert in diesem Kontext. Er kocht nicht alte Fragen auf, sondern arbeitet als Künstler an der Untersuchung ihrer gegenwärtigen Relevanz, an der Frage der Unterscheidbarkeit des einen vom anderen genauso wie an ihrer übereinstimmungsfähigkeit.

Insofern entspricht seine künstlerische Konzeption durchaus auch einem Beitrag zur Entmusealisierung des Artefakts.

In jedem Fall ist Schenks Begriff von Kunst, und speziell jener von Skulptur, ein an Entwicklung interessierter.

Er bedeutet – natürlich – selbstbewusstes künstlerisches Statement, aber auch ein permanent fortlaufendes Experiment: Als künstlerische Untersuchung der Welt genauso wie als Form der eigenen Positionierung und Selbstbespiegelung.

[Dabei] liebt Schenk von jeher das Spiel mit der Irritation. So stellte er großdimensionierte Vasen-Objekte in architektonische Nischen der Außenfassade eines ehemaligen Bunkergebäudes ein, funktionierte den ihm für eine Ausstellung zur Verfügung gestellten Museumsraum in eine an Besucher adressierte, gleichwohl verschlossene öffentliche Toilette um oder versetzte mit Weckgläsern bestückte Kellerregale in einen blühenden Obstgarten, dessen Apfelbäume zudem durch den Künstler an Ort und Stelle gleich auch noch „umgetopft“ wurden. […]

Die […] von Wolfgang Schenk verwendeten bildnerisch-formalen Mittel – Readymade und dadaistischer Reflex – haben sich im Laufe seiner inzwischen mehr als zwei Jahrzehnte andauernden künstlerischen Arbeit zu einer ganz eigenen Handschrift entfaltet.

Thomas Elsen